Der SVZ

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Geschichte

Schon im Jahre 1891 pflegte man in Zusmarshausen den Schießsport im Verein. Damals noch als Zimmerstutzengesellschaft, wie das bereits verstorbene Ehrenmitglied Josef Kapfer glaubhaft zu berichten wusste. Ein Eintrag im Kassenbuch des Kaufhauses Gaa vom 7.4.1901 ist der erste urkundliche Nachweis über die Existenz des Schützenvereins.

Erster Urkundlicher Nachweis

Ausgeschossene Schützenscheiben, welche sich damals größter Beliebtheit erfreuten, sind ein weiterer Beweiß für das langjährige Bestehen des Schützenvereins. Das heutige Gasthaus Adler der Familie Demharter war damals das Vereinslokal.

Ein tödlicher Unfall am 3. Mai 1903 ließ die Aktivitäten des Vereins für längere Zeit erlahmen. Der 27-jährige Joseph Mayr aus dem Linder-Anwesen, der als Aufzeiger eingesetzt war, wurde von einer Kugel getroffen. Geschossen wurde damals mit Jagdgewehren in einer Kiesgrube oberhalb des Schwarzbräukellers.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden endlich wieder Schießabende abgehalten, diesmal im Nebenzimmer der Schwarbräugaststätte. In einer, Mitte der zwanziger Jahre, neu erbauten Schießanlage in der Flurabteilung Säubersbach, wurde nun auch das Großkaliberschießen regelmäßig betrieben. Aus finanziellen Gründen wurde diese Anlage jedoch 1926 an die Gau-Jägervereinigung verkauft. Von dieser Anlage sind auch heute noch die Fundamente vorhanden.

GaujägerSchießstand 30

Während des dritten Reiches wurde es abermals still um den Verein und auch nach dem zweiten Weltkrieg war zunächst jeder Schießsport verboten. Erst im Jahre 1950 wurde das Verbot aufgehoben. Am 30. Dezember 1950 wurde im Gasthaus zur Krone der Schützenverein neu gegründet. Das war vor allem den ehemaligen Vereinsmitgliedern Pürzl, Schmuttermaier, Fuchs und Moll zu verdanken. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Mauerermeister Anton Lechner gewählt, der den Verein auch schon vor dem zweiten Weltkrieg geführt hatte. Seit dieser Neugründung besteht der Verein ohne Unterbrechung. Die Mitgliederzahl erhöhte sich in dieser Zeit von 31 (1950) auf 310 (2012).

1953 wurde eine Schützenkette für den alljährlich ausgeschossenen Schützenkönig beschafft. Den Vereinsnamen „Drei Linden“ erhielt der Verein 1956, als damals ein behelfsmäßiges Schützenheim neben dem Heim des Sportvereins bei den besagten drei Linden (alter Sportplatz, heute Sitz der Fa. Sortimo) erstellt wurde. Als in den darauffolgenden Jahren der Schießbetrieb beinahe wieder zum Erliegen kam, wurde in den Jahren 1963 bis 1967 der Schießstand von Grund auf umgestaltet. Neben den vier Schießbahnen wurde nun auch ein gemütlicher Aufenthaltsraum geschaffen. Aber auch das Feuerwaffenschießen, insbesondere das Tontaubenschießen, fand in den Jahren immer mehr Interessenten. So entschied sich der Verein 1970 einen Tontaubenschießstand, erst mit Handschleuder, dann mit einer federbetriebenen Taubenschleuder ausgestattet, nördlich der Autobahn, unweit des früheren Vertriebenendenkmals, zu errichten.

1970 markierte einen weiteren, schwierigen Zeitraum für den Schützenverein Drei Linden. Mangels Interesse der Zimmerstutzen- und Luftgewehrschützen ermatteten die Aktivitäten so stark, dass der damalige Vorsitzende Karl Höfelmeier die Auflösung des Vereins in Erwägung zog. Der junge Hermann Jochum erklärte sich spontan dazu bereit, die Vereinsführung zu übernehmen um die bedrohliche Situation zu entschärfen. Wie sich über die kommenden zwanzig Jahre herausstellen sollte, ein Glücksfall für den Verein. Unter neuer Führung nahm die Entwicklung fortan einen erfreulichen Aufschwung.

1971 erfolgte der Beitritt zum Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) und seit 1973 nimmt der Schützenverein an den Gaurundenwettkämpfen teil. Es folgte 1975 gemeinsam mit dem TSV Zusmarshausen die Errichtung eines Sport- und Schützenheimes am neuen Schulzentrum.

Hebauf Dreilinden Stuben

Dieses ermöglichte den Luftgewehrschützen im Nebenzimmer den Schießbetrieb auf 6 automatischen Zugständen. Nach der landauf- landab weit verbreiteten Handkurbelei zum Ein- und Ausfahren der Scheiben, ein Novum im Schießsport. Das Sportheim beheimatet übrigens auch heute noch den TSV Zusmarshausen.

Nachdem die Schützen 1987 ein neues Luftgewehrheim in der Dreilindenstraße gebaut und in Betrieb genommen hatten, wurde der Sportheimanteil an den TSV verkauft. Die neue Schießstätte, justament an Stelle des alten Sportheims (heute vis á vis Sortimo) errichtet, bot 10 Zugstände, Auswerte- und Aufenthaltsraum sowie Sanitäranlagen und entsprach zur damaligen Zeit modernsten Voraussetzungen. Auch heute noch wird dort der Luftdruckwaffensport betrieben.

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Der wohl aber umfangreichste Bau in der Vereinsgeschichte war die Errichtung der Zentralen Schießanlage am Wasserberg, in einer nord-östlich des Marktes liegenden, ehemaligen Kies- und Sandgrube. Dieses Projekt war nötig geworden, fühlten sich doch die Wollbacher Bürger durch den bisherigen Tontaubenschießstand in ihrer sonntäglichen Ruhe gestört. In den frühen Siebzigern begann man mit dem Bau der Schießanlage, die von dem Architekten Benedikt Weldishofer aus Welden geplant wurde. Als erster Teil konnte der Wurfscheibenschießstand in Betrieb genommen werden. Nach und nach wurden die Schießstände für Kugelwaffen aller Kaliber fertig gestellt. Nach rund 12000 Std. ehrenamtlicher Arbeit wurde die Anlage 1981 in Verbindung mit der Fahnenweihe mit einem großen Schützenfest eingeweiht.

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Auf der Mitgliederversammlung 1990 nahm Hermann Jochum seinen Abschied als 1.Vorsitzender und übergab die Leitung des Vereins an Joachim Kohler, einen Urenkel des Gründungsvorstands Anton Lechner. „Verjüngung zum 100 Jährigen“ stand im Lokalteil der Augsburger Allgemeinen nach diesem Vorstandswechsel zu lesen. Stand doch gleich ein Jahr später das 100 jährigen Schützenfest mit Festschießen und Bierzelt auf dem Programm. Eine großartige Festlichkeit, mit weit über 100 Vereinen zum Festzug und rund 500 Startern beim Festschießen. Auch heute erinnert man sich gerne noch an das „100 jährige in Zus“.

Ebenso wie an das Fest zur 1100 jährigen urkundlichen Erwähnung des Marktes Zusmarshausen. Zwölf Tage lang feierte nicht nur der Markt Zusmarshausen, sondern die ganze Region unter geradezu südländischen Bedingungen ein unbeschwertes Fest welches den Alltag in den Hintergrund rücken ließ. Auch die Schützen waren mit einem großartigen Armbrustschützenstand und noch besserer Bewirtung im Hof des Kaufhauses Gaa vertreten.

Auch dieser Tage steht der SV Drei Linden vor einer erneuten Kraftprobe. Im Zuge des 1999 verabschiedeten Bundes Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) haben sich die Rahmenbedingungen für Wurfscheibenschießstände weiter verschärft. Eine Sanierung des bisherigen, seit Jahrzehnten betriebenen Schießstands und ein darauffolgender Umbau für den umweltgerechten Betrieb wird immer wahrscheinlicher. Im Zuge der bisherigen Planungen wurde deutlich, mit welchem enormen, finanziellen Aufwand zu rechnen ist. So wurden die eigentlich für 2012 geplanten Bauarbeiten noch aufgeschoben, werden aber früher oder später vorgenommen werden müssen.

Um die Zeit bis dahin nicht nutzlos verstreichen zu lassen und dem Wurfscheibenschießen wieder mehr Auftrieb zu verleihen beschloss die Vorstandschaft im Winter 2012 den Bau eines Jagdparcours in die bestehende Wurfscheibenanlage.

Maschinenpositionierung Parcours

Im Frühjahr 2013 wurde mit den Arbeiten begonnen. Nach 18 monatiger Bau- und Genehmigungszeit fand am 28. September 2014 das Eröffnungsschießen statt. War Baubeginn noch unter dem Vorsitz von Joachim Kohler, so fand das Vorhaben unter, dem seit März 2014 neuen Vorsitzenden, Dr. Franz-Josef Hartl seinen Abschluss.

Zusmarshausen im September 2014.